{"id":14219,"date":"2026-01-26T16:04:29","date_gmt":"2026-01-26T15:04:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/fussmusik-und-flamenco-auf-allen-vieren\/"},"modified":"2026-01-26T16:04:29","modified_gmt":"2026-01-26T15:04:29","slug":"fussmusik-und-flamenco-auf-allen-vieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/fussmusik-und-flamenco-auf-allen-vieren\/","title":{"rendered":"Fussmusik und Flamenco auf allen Vieren"},"content":{"rendered":"<p>Dienstag, 27. Mai 2003 &#8211; S\u00fcddeutsche Zeitung<\/p>\n<p>K\u00f6nnen Tanzschritte unmittelbar zu Musik werden? Aber ja doch! Ania Losinger jedenfalls gab im Ulmer Zelt eine ebenso einfache wie \u00fcberraschende Antwort auf diese Frage. Sie tanzt auf ihrem Instrument, das sie \u201cXala\u201d nennt, und entwickelt so eine ganz spezielle Fussmusik, die einem \u00fcberdimensionalen Xylophon mit 24 gestimmten Holzplatten entspringt.   <\/p>\n<p>Ihre Performance ist ein \u00fcberzeugendes k\u00fcnstlerisches Projekt. Die T\u00e4nzerin greift ansatzweise auf Flamenco-Elemente zur\u00fcck. Allerdings l\u00e4sst sie sie auch leicht wieder fahren, wenn sie der musikalischen und t\u00e4nzerischen Entwicklung im Wege stehen. Ania Losingers Flamenco ist subtil und poetisch. Dabei l\u00f6st sie sich vom Klischee, das diesem Tanz erotische Anlockung und leidenschaftliche Abweisung zuschreibt. So entsteht eine K\u00f6rper- und Schrittperformance, die sich g\u00e4nzlich auf den musikalischen Aspekt ihrer Tanzkunst konzentriert.     <\/p>\n<p>Schmucklos, in schwarzer Kleidung, von dezentem B\u00fchnenlicht umgeben, setzt sie ihre ersten Schritte auf dem t\u00f6nenden Boden. Der Klang gleicht einem h\u00f6lzernen Tropfen, gefolgt von Schleifger\u00e4uschen &#8211; und schon prasseln die F\u00fcsse auf den Boden nieder. Sie rattern wie eine mechanisch gesteuerte Maschine. Erneute Schleifer intonieren einen Akkord, in kurzen T\u00f6nen angeschlagen, die rasch aufeinender folgen. Aus repetitiven Mustern, der Minimal Music entlehnt, entwickeln sich komplexe Figuren und furiose Rhythmusfolgen. Die Anh\u00e4ufung der Kl\u00e4nge verdichtet sich zu einem beeindruckend dynamischen Klangbild. Mit zwei St\u00f6cken in der Hand entwickelt sie Stimmungen, die in der Ferne verwehen. Die F\u00fcsse setzen unerwartete musikalische Elemente in Bewegung, sorgen f\u00fcr Irritationen. Durch rasende Schrittfolgen, die v\u00f6llig mit dem eleganten, ruhigen K\u00f6rperausdruck kontrastieren. Auf ironische Weise erteilt Ania Losinger so jeder Schablone eine Absage.         <\/p>\n<p>Dabei \u00fcberrascht sie immer wieder. Auf dem Bauch liegend, beklopft sie mehrere Platten mit Schlegeln und Hacken. Dies ist der Auftakt zu einem musikalisch-akrobatischen Intermezzo. Hals \u00fcber Kopf erreicht sie die Platten hinter ihrem Kopf und spielt mit der Spitze ihrer F\u00fcsse, begleitet vom Rhythmus zweier Holzklappern, die einfache Figuren polyrhythmisch unterlegen. &#8230;Eine Xala l\u00e4sst sich auch mit einem Stuhl bespielen. Grossartig, wie hier Waschbrett-\u00e4hnliche Ger\u00e4usche entstehen und eine klangliche Allianz mit dem Fussspiel der T\u00e4nzerin bilden. Gegen Ende dieser konzertanten K\u00f6rperperformance wird der Fetisch des Flamence (der Schuh) zum blanken Instrument an H\u00e4nden und F\u00fcssen. Bei einer von drei Zugaben musiziert Losinger mit vier Schuhen auf allen Vieren.       <\/p>\n<p id=\"autor\"><em>Hilde Steinfurth<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nnen Tanzschritte unmittelbar zu Musik werden? Aber ja doch! 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