{"id":14215,"date":"2026-01-26T16:02:57","date_gmt":"2026-01-26T15:02:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/spartanisches-ballett-zum-fernsteuern\/"},"modified":"2026-01-26T16:02:57","modified_gmt":"2026-01-26T15:02:57","slug":"spartanisches-ballett-zum-fernsteuern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/spartanisches-ballett-zum-fernsteuern\/","title":{"rendered":"Spartanisches Ballett zum Fernsteuern"},"content":{"rendered":"<p>Mittwoch, 12 Januar 2005 &#8211; Berner Zeitung<\/p>\n<h6>Spartanisches Ballett zum Fernsteuern<\/h6>\n<p>Neues Forschungsergebnis aus dem Tonus Music Labor: Don Lis minimalmusikalische Komposition ist durchaus telegen. Ania Losinger spielt und tanzt sie auf der Xala, dem einzigen Bodenxylofon der Welt &#8211; jetzt zu sehen auf DVD. <\/p>\n<p>Ballett V: ein einziger Xylofonstab leuchtet im Dunkeln. Leuchtet aus den anderen heraus, die in reih und Glied unsichtbar vibrieren. Kontrastiert die schwarze Silouette der T\u00e4nzerin, spiegelt ihren pr\u00e4zis gesetzten Flamencoschuh. Und klingt anders als die anderen, die kn\u00f6chernen, klingt wie eine Kirchenglocke, wenn die Tanzende ihn anschl\u00e4gt mit dem Stock, den sie f\u00fchrt, wie eine Lanze.   <\/p>\n<h6>Fernsehen als Meditation<\/h6>\n<p>Ania Losinger wirkt wie eine Amazone. Athletisch ist ihr K\u00f6rper, Disziplin und Konzentration sprechen aus ihren Bewegungen. Ihr Ballett ist sparsam, spartanisch; die Choreografie, die streng der Partitur des Komponisten Don Li folgt, erlaubt nur wenige geschmeidige Schn\u00f6rkel. Umso mehr wirken diese &#8211; eine Drehung um die stolze Achse, ein ausladendes F\u00fchren der St\u00f6cke: ritualisierte Abl\u00e4ufe, die an fern\u00f6stliche Kampfsportarten erinnern. Ungewohnt ist es, so etwas am Bildschirm zu sehen. Diese Langsamkeit, Genauigkeit, Gleichf\u00f6rmigkeit. Am Anfang des st\u00fcndigen DVD-Programms macht man also regen Gebrauch von der M\u00f6glichkeit, den Blickwinkel mittels Fernbedienung selbst zu w\u00e4hlen und so etwas \u201cAction\u201d ins Geschehen zu bringen. Drei Kameras haben das \u201cNew Ballet for Xala\u201d gefilmt: von vorn, von oben und von der Seite, auf die F\u00fcsse fokussiert. die Schnitte kann man selber setzen, die Effekte im eigenen Rhythmus geniessen. Von oben wirkt die tanzende Musikerin um ihren Schatten verdoppelt, von der Seite kann man ihre filigrane Fussarbeit verfolgen. Doch mit der Zeit und unter der b\u00fcndelnden Wirkung der \u201cMinimal Music\u201d, die Don Li f\u00fcr Losinger und Xala komponiert hat, l\u00e4sst man die Spielerei bleiben. Verweilt bei der Frontalansicht, die durch das monochrom fliessende, klanggesteuerte Farbkonzept des Musikvideo-Cracks Pierre-Yves Borgeauds besticht. Gibt sich dem Gesamtkunstwerk hin wie einer Meditation, die nach und nach eine zentrierende Wirkung entfaltet.            <\/p>\n<p>\u201cDer Film ist ungeschnitten\u201d, erkl\u00e4rt Ania Losinger im Bonus-Track, der Einblick in die Arbeit gibt, die hinter der formvollendeten Performance steckt &#8211; \u201cund ungeschnitten entwickelt er eine starke Sogwirkung.\u201d Mit der Sogwirkung kennt man sich aus im Tonus Labor in der Berner Altstadt, wo die Xala-Spielerin seit Jahren eng mit dem Chefideologen Don Li zusammenarbeitet. \u201cRepetition ist nicht Wiederholung des Immergleichen\u201d erl\u00e4utert er das Konzept, das allen Tonus-Produktionen zugrunde liegt, \u201cRepetition ist vielmehr eine Vertiefung des Immergleichen.\u201d Seine st\u00fcndige Surround-Komposition verbindet die archaischen Xalakl\u00e4nge mit den sentimentalen Melodieb\u00f6gen des Tonus String Quartet und kreisenden Cyberspacesounds aus dem Computer.   <\/p>\n<h6>Zeit als Tr\u00e4ger<\/h6>\n<p>\u201cDon Lis Musik passt zu mir und meinem Instrument\u201d sagt Ania Losinger, \u201cdurch Repetition kommt der K\u00f6rper in Schwingung und die Schwingung hebt die Schwere des K\u00f6rpers auf.\u201d Schwere? Wenn man mit dem ganzen K\u00f6rper spiele sei man schwerf\u00e4llig, erkl\u00e4rt die agile Amazone, brauche man Zeit, von Ton zu Ton zu kommen. Doch wer ihr zuschaut und zuh\u00f6rt, denkt kaum an Schwere. Auch nicht an Leichtigkeit. Eher an &#8211; Spannung.     <\/p>\n<p id=\"autor\"><em>Tina Uhlmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues Forschungsergebnis aus dem Tonus Music Labor: Don Lis minimalmusikalische Komposition ist durchaus telegen. 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