{"id":14195,"date":"2026-01-26T13:52:23","date_gmt":"2026-01-26T12:52:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/trend-ania-losinger-xala\/"},"modified":"2026-01-26T13:52:23","modified_gmt":"2026-01-26T12:52:23","slug":"trend-ania-losinger-xala","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/trend-ania-losinger-xala\/","title":{"rendered":"Trend: Ania Losinger &amp; Xala"},"content":{"rendered":"<p>Mai\/Juni 2005 &#8211; JAZZ &#8216;N&#8217; MORE<\/p>\n<h6>Klang &#8211; Boden &#8211; St\u00e4ndig &#8211; Tanzend<\/h6>\n<p>Unten das Bodenxylophon Xala, ein 4.5 m2 grosser Koloss von 400 Kilogramm Gewicht, darauf spieltanzt leichtf\u00fcssig eine elegant-athletische Frau, gespannt bis in die Haarspitzen. So einzigartig wie ihr Instrument ist auch die Performance der Berner Tonus-Musikerin Ania Losinger, die k\u00fcrzlich ihr neues Programm \u201cNew Ballet for Xala\u201d auf CD und DVD ver\u00f6ffentlicht hat. <\/p>\n<p>Es gibt weltweit wohl nur ganz wenige Instrumente, die als reine Prototypen existieren und dazu noch regelm\u00e4ssig auf einer B\u00fchne zum Einsatz kommen. Die Berner K\u00fcnstlerin Ania Losinger spielt auf einer solchen Einzelanfertigung namens \u201cXala\u201d, einem Riesenxylophon, welches sie \u00fcber Jahre hinweg zusammen mit dem Kaiserstuhler Instrumentenbauer Hamper von Niederh\u00e4usern von Grund auf entwickelt hat. Sehr eigen ist auch die Musik, die Losinger auf der Eigenkonstruktion spielt, es handelt sich um eine moderne Form von Minimal Music. Repetitive Rhythmusmuster und schwebende Melodielinien von meditativem Charakter pr\u00e4gen ihren ganz pers\u00f6nlichen Sound. Auf der Xala spielt sie praktisch ausschliesslich Kompositionen aus der Feder des Klarinettisten und ehemaligen Saxofonisten Don Li, der sich als Gr\u00fcnder und treibende Kraft innerhalb der stetig wachsenden Berner Tonus-Family in den letzten Jahren als feste Gr\u00f6sse in der Musikszene einen Namen gemacht hat. Wie ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, f\u00fcr dieses Instrument zu komponieren, wenn man es selber nicht spielt? \u201cDon hat auf einem Karton ein Modell des Xala gezeichnet, die entsprechenden T\u00f6ne eingetragen und anschliessend mit zwei Fingern meine Schrittfolgen simuliert. Es ist aber schon sehr erstaunlich, wie gut sich bis auf ganz wenige Passagen Dons St\u00fccke auf dem Xala umsetzen liessen,\u201d erkl\u00e4rt Losinger.      <\/p>\n<h6>Vom Flamenco zum Xala<\/h6>\n<p>Fr\u00fcher hat Ania Losinger lange Jahre Flamenco getanzt und sich dabei die F\u00e4higkeiten der rhythmischen Tanzschritte angeeignet, die sie nun auf der Xala zur Anwendung bringen kann. Obschon es sich dabei um andere Schritte und eine andere Musik handelt, sind gewisse Parallelen offensichtlich. Bereits w\u00e4hrend ihrer Zeit als Flamencot\u00e4nzerin pflegte Losinger zu Auftritten ihren eigenen Tanzboden mitzubringen, um sich nicht auf die jeweilige \u00f6rtliche Bodenstruktur einstellen zu m\u00fcssen. Daraus ist sp\u00e4ter die z\u00fcndende Idee f\u00fcr die Entwicklung der Xala geboren. Der Wunsch nach einem Tanzboden mit verschiedenen T\u00f6nen hat sie nach bald einmal verworfenen Pl\u00e4nen, das Ding selber zu bauen, schliesslich zu Hamper von Niederh\u00e4usern gef\u00fchrt. Dieser zeigte sich sogleich hell begeistert von der Idee und machte sich im st\u00e4ndigen Austausch mit Losinger daran, das Bodenxylophon zu konstruieren. Neben dem grossen hat von Niederh\u00e4usern auch eine \u201ckleine\u201d Xala namens Tanzmeter gebaut (halb akustisch, halb elektronisch), welches nur einen Quadratmeter misst und einen reduzierten Tonumfang bietet. Diesen Tanzmeter setzt Losinger bis jetzt vorwiegend bei ihren Soloauftritten ein. Mittlerweile existiert bereits eine zweite Version der grossen Xala. Dieses hat im Vergleich zur ersten eine komplett neue Anordnung der T\u00f6ne und bietet wesentlich gr\u00f6ssere harmonische M\u00f6glichkeiten, in allen Tonarten zu spielen. Das erste Modell hatte mit F und Fis nur gerade zwei eigentliche tonale Zentren.          <\/p>\n<h6>New Ballet for Xala<\/h6>\n<p>Ein ganzes Jahr lang hat Ania Losinger an ihrem neuen, bisher ambitioniertesten Projekt \u201cNew Ballet for Xala\u201d gearbeitet. Es handelt sich hierbei um ein st\u00e4ndiges Programm f\u00fcr Xala und Streichquartett, welches Anfang dieses Jahres als CD und DVD erschienen ist, aber auch an mehreren Konzerten im Berner Tonus-Labor live zur Auff\u00fchrung gelangte. Als Knackpunkt der ganzen Sache hat sich die Synchronisation der eingefangenen Bilder mit den Audio-Aufnahmen aus dem Tonstudio erwiesen. Die Ver\u00f6ffentlichung der vom preisgekr\u00f6nten Musikvideo- und Filmemacher Pierre-Yves Borgeaud im \u201cOne Shot\u201d-Verfahren aufgenommenen DVD tr\u00e4gt dem Umstand Rechnung, dass dem Visuellen in Losingers Musik eine entscheidende Rolle zukommt. Die Wirkung auf den Zuschauer ist ungleich gr\u00f6sser, wenn er die konzentrierten Bewegungen mitverfolgen kann, die dieser Musik zugrunde liegen. Das junge Tonus String Quartet verleiht dem Gesamtsound eine zus\u00e4tzliche Dimension, abgerundet wird die ganze Sache mit Don Lis dezent programmierter Elektronik. Eine weitere Gelegenheit, das faszinierende Projekt auf der B\u00fchne zu erleben, bietet sich bereits am Mittwoch 18. Mai in Schaffhausen, wenn Losinger am dortigen Jazzfestival mit ihrem \u201cNew Ballet for Xala\u201d das Er\u00f6ffnungskonzert bestreitet.      <\/p>\n<h6>Eine eigene \u00c4sthetik<\/h6>\n<p>Das eigentlich Herausragende an Ania Losingers Musik ist aber weder das spezielle Instrument noch die bemerkenswert flinke Fussfertigkeit, mit der sie die klobige Xala bedient. Die Bewunderung gilt der kompromisslosen Haltung und vollkommenen Konzentration, mit der sie ihre Musik und ihr Ziel verfolgt. Diese zutiefst unschweizerische Haltung teilt sie im \u00fcbrigen mit den meisten anderen Vertretern des Tonus-Kuchens, allen voran Don Li und Nik B\u00e4rtsch. Da gibt&#8217;s kein Zaudern und kein Deuteln, diese Leute sind ganz einfach von ihrem Ding eingenommen und tragen es mit vollster \u00dcberzeugung in die Welt hinaus. Diese glasklare Haltung widerspiegelt auch zu einem guten Teil die \u00c4sthetik ihrer Musik, deren oberfl\u00e4chlich scheinbare Kargheit sich in Wahrheit als unheimliche Reichhaltigkeit im Detail herausstellt. Somit l\u00e4sst sich sagen, dass es Ania Losinger gegl\u00fcckt ist, ihre eigene Klang\u00e4sthetik zu etablieren, etwas, wovon die meisten Musiker nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Allein daf\u00fcr geb\u00fchrt ihr h\u00f6chster Respekt.      <\/p>\n<p id=\"autor\"><em>Marcel Benedikt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klang &#8211; Boden &#8211; St\u00e4ndig &#8211; Tanzend &#8211; Unten das Bodenxylophon Xala, ein 4.5 m2 grosser Koloss von 400 Kilogramm Gewicht, darauf spieltanzt leichtf\u00fcssig eine elegant-athletische Frau, gespannt bis in die Haarspitzen. 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