{"id":14175,"date":"2026-01-26T13:43:16","date_gmt":"2026-01-26T12:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/die-einsamkeit-der-xala-spielerin-ania-losingers-soloprogramm\/"},"modified":"2026-01-26T13:43:16","modified_gmt":"2026-01-26T12:43:16","slug":"die-einsamkeit-der-xala-spielerin-ania-losingers-soloprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/die-einsamkeit-der-xala-spielerin-ania-losingers-soloprogramm\/","title":{"rendered":"Die Einsamkeit der Xala-Spielerin &#8211; Ania Losingers Soloprogramm"},"content":{"rendered":"<p>Samstag, 3. Dezember 2005 &#8211; Neue Z\u00fcrcher Zeitung<\/p>\n<p>Die Bernerin Ania Losinger macht auf dem ersten tanzend bespielten Bodenxylophon, das sie Xala nennt, eine singul\u00e4re Musik. Zusammen mit dem Instrumentenbauer Hamper von Niederh\u00e4usern hat sie ihre erste Xala im Jahre 1999 entwickelt. Im Z\u00fcrcher Jazzclub Moods pr\u00e4sentiert sie ihr \u00fcberarbeitetes Soloprogramm.  <\/p>\n<p>Ania Losinger hat sich mit vielen kulturellen und sportlichen Disziplinen professionell besch\u00e4ftigt, bevor sie zur weltweit einzigen Xala-Spielerin wurde. Sie nahm Klavierunterricht am Konservatorium Bern, lernte bei ihrer Grossmutter die ersten Tanzschritte, geh\u00f6rte zum Nationalkader der Rhythmischen Sportgymnastik und studierte schliesslich alle m\u00f6glichen Tanzformen, um beim Flamenco zu landen. Parallel zu einer Ausbildung als Flamenco-T\u00e4nzerin in der Schweiz und in Spanien schloss sie am Konservatorium Z\u00fcrich ein Rhythmik-Studium ab, erteilte Klavier- und Tanzunterricht und geh\u00f6rte von 1997 bis 1999 der Tanzgruppe Flamencos en Route an. Der experimentierfreudigen Bernerin war dies aber alles zu wenig. Die, wie sie sagt, etwas beschr\u00e4nkte Rhythmik des Flamenco erweiterte sie in Auftritten mit dem Jazzmusiker Don Li, den sie schon seit vielen Jahren kannte. Auf einem einfachen Holzboden tanzend, tr\u00e4umte sie immer von differenzierteren Kl\u00e4ngen, von einem Fuss-Schlagzeug, das es ihr erlauben w\u00fcrde, den einzelnen Schl\u00e4gen unterschiedliche Sounds zuzuordnen. Sie versuchte das, indem sie verschiedene H\u00f6lzer und Pads auf den Boden legte und ihre Tanzschritte auf diese verteilte. Nun war die Idee des betanzberen Bodenxylophons geboren. Der klassisch ausgebildete Perkussionist Matthias Eser &#8211; auch er ein langj\u00e4hriger Freund &#8211; hatte in einem Zeitungsartikel vom Instrumentenbauer Hamper von Niederh\u00e4usern gelesen, und Ania Losinger nahm mit ihm Kontakt auf. \u201cIch erz\u00e4hlte ihm von meiner Idee und wollte ein paar Tipps von ihm, um selbst einen Prototyp zu bauen\u201d, erz\u00e4hlt die K\u00fcnstlerin, \u201cdoch der lachte mich aus. Er war zwar von der Vorstellung eines Bodenxylophons sofort begeistern, nahm mir aber rasch die Illusion, dass ich ein professionelles Instrument selbst herstellen konnte\u201d. So baute von Niederh\u00e4usern in Zusammenarbeit mit der T\u00e4nzerin Klangst\u00e4be aus Padouk-Holz, die er auf einem speziellen Unterbau befestigte. Jeden der 24 T\u00f6ne (wobei der Zentralton eigenartigerweise ein Fis ist) sowie die ebenso mit den F\u00fcssen bedienbaren Gongs mikrophonierte er. Die erste Xala, dessen Entwicklung ein Verm\u00f6gen kostete, war entstanden. Der Name Xala ist abgeleitet vom baskischen Perkussionsinstrument Txalaparta, das zu zweit mit zwei dicken Holzst\u00f6cken bearbeitet wird. Die erste Xala (es gibt in der Zwischenzeit bereits eine zweites, anders konstruiertes und klingendes Instrument) ist viereinhalb Quadratmeter gross und wiegt vierhundert Kilogramm. Ania Losinger kann auf ihrem Instrument gleichzeitig vier unabh\u00e4ngige Melodielinien, Ostinati oder Mehrkl\u00e4nge produzieren: zwei mit ihren Flamencoschuhen und zwei mit aus unterschiedlichen H\u00f6lzern gefertigten und mit Filzen ged\u00e4mpften menschenhohen St\u00f6cken. Die St\u00f6cke sind teilweise zus\u00e4tzlich mit Klappen versehen, mit denen die Spielerin Schl\u00e4ge betonen kann. Die Xala und das bisher erarbeitete Repertoire (das ausschliesslich von Don Li, Matthias Eser und Ania Losinger selbst stammt) ist ein &#8220;Work in Progress&#8221;. Ania Losinger und Hamper von Niederh\u00e4usern entwickeln das Instrument und die Spieltechniken st\u00e4ndig weiter. Auftritte von Ania Losinger &#8211; sei es als Solistin oder als Mitglied von Ensembles &#8211; bieten viel f\u00fcr Auge und Ohr. Es erstaunt immer wieder aufs Neue, wie die Pionierin komplex notierte Vorlagen mit unabh\u00e4ngigen, polyrhythmischen Mustern zum Klingen bringen kann.                     Dabei sind auch die harmonischen Bewegungsabl\u00e4ufe wichtig. So ist es sinnvoll, dass der aktuelle Tontr\u00e4ger ihrer Arbeit auch ein DVD-Bildtr\u00e4ger ist. Was ist das f\u00fcr ein Gef\u00fchl, wenn man weltweit die einzige K\u00fcnstlerin ist, die ein bestimmtes Instrument spielt? Es gebe sehr einsame Momente, aber manchmal sei es auch ein erhebendes Gef\u00fchl, aus dem Nichts etwas zu kreieren, das einmalig ist.   <\/p>\n<p id=\"autor\"><em>Nick Liebmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bernerin Ania Losinger macht auf dem ersten tanzend bespielten Bodenxylophon, das sie Xala nennt, eine singul\u00e4re Musik. Zusammen mit dem Instrumentenbauer Hamper von Niederh\u00e4usern hat sie ihr erstes Xala im Jahre 1999 entwickelt. 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