{"id":14111,"date":"2026-01-26T11:14:35","date_gmt":"2026-01-26T10:14:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/im-zustand-aeusserster-praesenz\/"},"modified":"2026-01-26T11:14:35","modified_gmt":"2026-01-26T10:14:35","slug":"im-zustand-aeusserster-praesenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/im-zustand-aeusserster-praesenz\/","title":{"rendered":"Im Zustand \u00e4usserster Pr\u00e4senz"},"content":{"rendered":"<p>Bernerzeitung &#8211; 7 Mai 2009<\/p>\n<h4><a href=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/TheFiveElements4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-284 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/TheFiveElements4.jpg\" alt=\"The Five Elements\" width=\"500\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/TheFiveElements4.jpg 500w, https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/TheFiveElements4-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/TheFiveElements4-460x307.jpg 460w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Seit zehn Jahren betanzt und bespielt die Bernerin Ania Losinger die Xala, ein eigens f\u00fcr sie gebautes Bodenxylofon.<\/h4>\n<p>F\u00fcr das Programm \u00abThe Five Elements\u00bb, das jetzt auch als CD erscheint, hat sie erstmals selbst komponiert \u2013 ein Quantensprung, den sie im Gespr\u00e4ch als grosses Gl\u00fcck beschreibt.<\/p>\n<p><b>Ihr neues Werk ist eine Vertonung der f\u00fcnf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Metall und Holz. Leben Sie, Ania Losinger, im Einklang mit Ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung? <\/b><\/p>\n<p>Ania Losinger: Ich wohne und arbeite in Gerzensee, wo der Himmel sehr gross ist und ich von Natur umgeben bin. Gerade jetzt, im Fr\u00fchling, zu erleben, wie sich alles, was lebt, auftut, entfaltet \u2013 das ist magisch. <\/p>\n<p><b>Magisch wirkt auch die Musik auf Ihrer neuen CD. Beim Zuh\u00f6ren ist man wie hypnotisiert. Sind Sie beim Spielen selbst in einer Art Trance?   <\/b><\/p>\n<p>Trance w\u00fcrde ich es nicht nennen, eher einen Zustand \u00e4usserster Pr\u00e4senz, wie ich ihn sonst nicht erreichen und erleben kann. Ich h\u00f6re und registriere alles, was im Raum passiert, jeden einzelnen Ton, die Obert\u00f6ne, Schwingungen, Resonanzen. Alles. Und alles gleichzeitig.   <\/p>\n<p><b>Das will etwas heissen bei der Komplexit\u00e4t der rhythmischen Muster, die Sie mit dem Perkussionisten Matthias Eser entwerfen. Wie sind die Muster entstanden? <\/b><\/p>\n<p>Das war und ist ein langer Prozess, w\u00e4hrend dessen wir auch abstruse metrische \u00dcberlagerungen gewagt haben. Zum Beispiel einen Achtertakt \u00fcber einem Siebnertakt \u2013 f\u00fcr europ\u00e4ische Ohren sehr ungewohnt. Was wir hier gut kennen, ist die \u00dcberlagerung des Dreier- und des Vierertaktes, wie sie in Afrika sehr verbreitet ist und heute fast alle Popsongs pr\u00e4gt. Doch musikalische Floskeln interessieren uns nicht.   <\/p>\n<p><b>Sie suchen neue musikalische Formeln? <\/b><\/p>\n<p>Gewissermassen. Die CD \u00abThe Five Elements\u00bb heisst im Untertitel \u00abVol.I\u00bb \u2013 das heisst, wir werden weiterforschen. W\u00e4hrend unserer Auseinandersetzung mit dem chinesischen Zyklus der f\u00fcnf Elemente sind wir auf derart spannende Dinge gestossen  <\/p>\n<p><b>Zum Beispiel?<\/b><\/p>\n<p>Zum Beispiel darauf, dass die \u00dcberlagerung eines Dreiertaktes mit einem Achtertakt, wie er sich bei den Chinesen aus der Zuordnung der Zahlen zu den Elementen ergibt, auch im Flamenco vorkommt.<\/p>\n<p><b>Der Flamenco hat ja auch asiatische Wurzeln. Und da waren Sie als ausgebildete Flamencot\u00e4nzerin im Element! Hat der Tanz auf der Xala in der Folge an Bedeutung gewonnen?  <\/b><\/p>\n<p>Ja, das hat er. Mein Traum war es immer, Tanz und Musik gleichberechtigt in einer einzigen Person zu vereinen, doch in der Praxis sah das bisher so aus, dass die Bewegungsabl\u00e4ufe auf der Xala sich meist nach den rhythmischen Vorgaben richteten und selten umgekehrt. <\/p>\n<p><b>Warum hat sich das ge\u00e4ndert?<\/b><\/p>\n<p>Vielleicht weil ich erstmals selber f\u00fcr Xala komponiert habe \u2013 ein grosses Gl\u00fcck. Zwei Dinge waren mir wichtig dabei: Ich wollte nicht nur aus mir selbst sch\u00f6pfen, sondern mich mit einem Thema auseinandersetzen \u2013 so bin ich auf die f\u00fcnf Elemente gekommen, die ich bereits aus der chinesischen Medizin kannte. Und nachdem wir das Programm live erprobt hatten, war mir auch klar, dass ich \u00abThe Five Elements\u00bb nicht mit Klick aufnehmen wollte wie meine bisherigen CDs.  <\/p>\n<p><b>Der Klick ist eine Art Metronom, das alle beteiligten Musiker bei den Aufnahmen im Ohr tragen. Zu pr\u00e4zis, wenn es um die Vertonung von Naturgesetzen geht? <\/b><\/p>\n<p>Pr\u00e4zision ist sehr wichtig, doch ohne Klick konnte unsere Musik bei den Aufnahmen im Studio nat\u00fcrlicher \u00abatmen\u00bb.<\/p>\n<p><b>Schwieriger wird das wohl in einem gr\u00f6sseren Ensemble. Sie haben auch schon mit dem Berner Symphonieorchester gespielt. Wie war das f\u00fcr Sie?  <\/b><\/p>\n<p>Beim BSO mussten wir \u2013 der Komponist Don Li und ich \u2013 gegen grosse Widerst\u00e4nde ank\u00e4mpfen. Das hat viel Energie gekostet. Vor allem die damalige Direktorin war wenig angetan von dem Projekt, das noch ihr Vorg\u00e4nger eingef\u00e4delt hatte. Als wir an der Premiere dann volles Haus hatten, waren pl\u00f6tzlich alle begeistert. Das hat mich abgestossen.    <\/p>\n<p><b>Trotzdem treten Sie weiterhin mit Ensembles auf?<\/b><\/p>\n<p>Ja, nat\u00fcrlich. Mit dem Xala-Bauer Hamper von Niederh\u00e4usern habe ich sogar ein neues Xala entwickelt, das vom Tonspektrum \u00fcber zwei Oktaven und von der Stimmung der einzelnen T\u00f6ne her kompatibler ist. Ausserdem ist die Klangqualit\u00e4t durch R\u00f6hren, die unter den Holzteilen liegen, verfeinert worden. Das kam mir in der Arbeit mit Matthias Eser entgegen. Von ihm habe ich gelernt, wie viel in diesem Bereich m\u00f6glich ist. Im Zusammenspiel von Xala und Marimba haben wir jene Klangkombinationen gesucht, die auftun, sich und den Raum \u00f6ffnen.     <\/p>\n<p>Wie Fr\u00fchlingsgew\u00e4chs unter dem grossen Himmel von Gerzensee. (Lacht) Nun, ganz so gross ist das Volkshaus in Basel, wo wir \u00abThe Five Elements\u00bb aufnahmen, nicht. Aber trotzdem war es etwas v\u00f6llig anderes, als in einem engen Tonstudio zu arbeiten.   <\/p>\n<p><b>War diese Arbeit insgesamt auch eine Emanzipation vom Berner Tonus-Music Labor und seinem Doyen Don Li?<\/b><\/p>\n<p>Ich habe unglaublich viel gelernt von Don Li. Er ist ein sehr grossz\u00fcgiger Musiker, der seine Erkenntnisse mit anderen teilt. \u00abThe Five Elements Vol. I\u00bb erscheint auf seinem Label Tonus-Music Records \u2013 und bevor wir mit den Aufnahmen begannen, bekamen wir die Carte blanche vom ihm. Das zeugt von einem Vertrauen, das mich ehrt. (Berner Zeitung)    <\/p>\n<p><em>Tina Uhlmann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;Magisch wirkt auch die Musik auf Ihrer neuen CD \u201cThe Five Elements\u201d. Beim Zuh\u00f6ren ist man wie hypnotisiert. 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