{"id":14012,"date":"2026-01-26T09:39:24","date_gmt":"2026-01-26T08:39:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/das-gibts-nicht-nochmal\/"},"modified":"2026-01-26T09:39:24","modified_gmt":"2026-01-26T08:39:24","slug":"das-gibts-nicht-nochmal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/das-gibts-nicht-nochmal\/","title":{"rendered":"Das gibt&#8217;s nicht nochmal"},"content":{"rendered":"<p>Heidenheimer Zeitung &#8211; Samstag, 1. Februar 2014<\/p>\n<h4>Xala: Ania Losinger erkl\u00e4rt im Interview ein Instrument, auf dem Musik getanzt und Tanz musiziert wird<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Heidenheim.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2516 alignleft\" src=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Heidenheim.jpg\" alt=\"Heidenheim\" width=\"408\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Heidenheim.jpg 408w, https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Heidenheim-300x294.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><\/a>Das chinesische Schriftzeichen F\u00fa bedeutet Gl\u00fcck. Wie klingt aber ein fern\u00f6stliches Schriftzeichen?<br \/>\nWelches Bild ruft seine Bedeutung hervor? Mit diesen Gedanken kreieren die Schweizer K\u00fcnstler Ania Losinger und Mats Eser das Programm \u201cF\u00fa \u2013 getanzteKlangskulpturen\u201d&#8230;<br \/>\nIhr Instrumentarium besteht aus einem Percussion-Set und der elektroakustischen Xala III. Wobei es sich bei einer Xala, schlicht formuliert, um einen t\u00f6nenden, xylophonartigen Tanzboden handelt, auf dem Musik getanzt und Tanz musiziert werden kann.<br \/>\nAnia Losinger tritt \u2013 von New York bis Shanghai \u2013 seit 1999 mit diesem Instrument auf; seit 2005 zusammen mit Mats Eser, der als Multi-Instrumentalist mit Marimba, Vibraphon, Fender Rhodes, Drums, Glasinstrumenten, Becken und asiatischen Gongs immer neue Klang-Mixturen kreiert.<br \/>\nMit Ania Losinger hat sich im Vorfeld des Heidenheim-Gastspiels Manfred F. Kubiak unterhalten.<br \/>\n<em>Als wir diesen Termin vereinbarten, Frau Losinger, haben Sie mir erz\u00e4hlt, dass ich Sie dann im Urlaub erwischen w\u00fcrde. Und jetzt bin ich schon neugierig: Wo urlauben Sie denn, von was halte ich Sie ab?<\/em><br \/>\nSie erwischen mich in den Bergen, in Lenzerheide in Graub\u00fcnden, zusammen mit meinen Kindern, da in der Schweiz gerade Sportferien sind, wie man das nennt. Und wir fahren hier Ski, Rodel, Schlittschuhe, was man so macht im Winter in den Bergen.<br \/>\n<em>Haben Sie beim Skifahren keine Angst um Ihre Arme und Beine? Schlie\u00dflich brauchen sie die ja sp\u00e4testens in Heidenheim.<\/em><br \/>\nNein, ich bin eine sehr routinierte Skifahrerin. Vorsichtig bin ich schon, aber Angst habe ich keine.<br \/>\n<em>Was Sie auf der B\u00fchne machen, ist ja wohl einzigartig auf der Welt, oder?<\/em><br \/>\nJa, das kann man sagen.<br \/>\n<em>War die Xala Ihre Idee?<\/em><br \/>\nJa. Ich bin schon immer von dem Gedanken fasziniert gewesen, wie es wohl w\u00e4re, wenn ich als professionelle Flamencot\u00e4nzerin mit meinen F\u00fc\u00dfen richtige T\u00f6ne spielen k\u00f6nnte und nicht nur meinen Rhythmus auf den Holzboden stampfen. Aber die Entwicklung hin zur Xala war ein \u00e4u\u00dferst schwieriges Unterfangen mit vielen R\u00fcckschl\u00e4gen und einer langen Entstehungszeit.<br \/>\n<em>Sie haben die Xala zusammen mit einem Instrumentenbauer entwickelt.<\/em><br \/>\nJa, aber zuerst habe ich selber mit Holz experimentiert, weil ich dachte, es kommt eher aufs Material an, darauf, dass etwas gleichzeitig einen Menschen tragen und dabei noch schwingen kann. Aber ich habe dann schon gemerkt, dass ich vom Instrumentenbau nur wenig Ahnung habe. Und in solchen Situationen spielt einem das Leben manchmal die richtigen Personen zu. In meinem Fall den Xylophon- und Marimbabauer Hamper von Niederh\u00e4usern.<br \/>\nDer hatte gl\u00fccklicherweise auch richtig Lust, sich hinter meine Idee zu klemmen. Zwei Jahre lang haben wir dann zusammen experimentiert, bis 1999 die erste Xala fertig war. Aus Padoukholz \u2013 und ziemlich schwer.<br \/>\n<em>Wie schwer?<\/em><br \/>\n400 Kilo (lacht).<br \/>\n<em>Aber nicht das Ende der Xala-Entwicklung, oder?<\/em><br \/>\nNein, 2004 kam die Xala II, die viel w\u00e4rmer geklungen hat, wie ein richtiges Instrument. Und seit 2010 gibt\u2019s noch die Xala III.<br \/>\n<em>Wie schwer ist die?<\/em><br \/>\nViel leichter, nur noch 100 Kilo (lacht). Entwickelt wurde sie fu?r einen Auftritt bei der Weltausstellung in Shanghai, wo man uns fu?r den spanischen Pavillon als Flamenco-Act haben wollte. Die Xala III ist elektroakustisch, funktioniert also erstmals auch mit Tonabnehmern, hat nicht nur Holz-, sondern auch Metallt\u00f6ne, was, alles zusammen genommen, eine Mischung aus dem bekannt warmen und wiederum auch einem hochmodernen Klang ergibt.<br \/>\n<em>Wie gro\u00df ist denn der Tonumfang einer Xala?<\/em><br \/>\nDie Xala II hat zwei Oktaven, die kleine und die eingestrichene, also vom c bis zum zweigestrichenen c. Das ist der ideale Bereich, in dem die Xala all ihre Vorzu?ge entwickeln kann. Die Xala III wiederum ist eher modulartig angelegt, mit zwei Basst\u00f6nen, zweien in der Mittellage und zweien im Diskant, sodass ich jedes Intervall spielen kann, aber auch zum Beispiel Mats Eser begleiten, wenn der Marimba spielt. Je nach Art des Programms entscheidet sich, welche Xala zum Einsatz kommt.<br \/>\n<em>Haben Sie schon fru?her ein Instrument gespielt?<\/em><br \/>\nKlavier, seit meinen Kindertagen; aber ich bin ein Bewegungsmensch, habe Rhythmik studiert, und der Tanz war immer ein gro\u00dfes Thema, selbstverst\u00e4ndlich&nbsp;auch bei unseren Auftritten.<br \/>\n<em>Konzerte sind das nicht, Tanzabende auch nicht: Wie nennen Sie das, was Sie machen? Musiktheater w\u00e4re ja wohl auch das falsche Wort.<\/em><br \/>\nMusiktheater machen wir schon auch, aber dann erz\u00e4hlen wir, erweitert durch die schauspielerische Dimension, eine Geschichte, zum Beispiel \u201eAschenputtel\u201c. An Abenden wie demn\u00e4chst in Heidenheim w\u00fcrde ich sagen, dass es Tanz- und Klangperformance als Beschreibung ganz gut trifft. Es ist eine sehr konzentrierte Form von Musik und Tanz mit starken visuellen Komponenten. Alles ist live, und kein Ton kommt vom Band.<br \/>\n<em>Stimmt es, dass Sie mal Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik waren?<\/em><br \/>\nJa, das stimmt (lacht). Da war ich 14, 15, und das war quasi meine k\u00f6rperliche Grundausbildung. Es ist ja weniger Tanz, sondern tats\u00e4chlich Sport. Aber es ist immerhin sehr elegant und hat mich zum Tanz gebracht.<br \/>\n<em>Wie gut waren Sie denn, haben Sie auch was gewonnen?<\/em><br \/>\n(lacht) Ich habe mal einen Dreil\u00e4nderkampf gewonnen .  . .<br \/>\n<em>Immerhin . . .<\/em><br \/>\nAber da waren nur Deutschland, die Schweiz und \u00d6sterreich dabei, w\u00e4hrend damals die Sportgymnastik von den Osteurop\u00e4erinnen dominiert wurde. Wenn die dabei&nbsp;waren und es eine von uns unter die ersten Zwanzig geschafft hat, war das toll. Allerdings hat mich die Sportgymnastik eine Form der Disziplin gelehrt, die sehr wichtig ist, wenn man T\u00e4nzer oder Musiker ist und dazu auch noch freischaffend. Da ist, man denke nur mal ans fortw\u00e4hrend notwendige \u00dcben, Disziplin unumg\u00e4nglich. Und so wurde aus der Sportgymnastin erst eine Flamencot\u00e4nzerin und dann eine Tanzperformerin.<br \/>\nDas, was ich, was wir heute machen, hat mit Flamenco nicht mehr viel zu tun. Flamenco ist eine ganz andere Art von Musik und Expression. Unsere Art l\u00e4sst viel mehr offen. mehr Raum f\u00fcr Bilder, Gef\u00fchle, Interpretationen.<br \/>\n<em>Geblieben sind also blo\u00df noch die Flamencoschuhe.<\/em><br \/>\nIn der Tat, vom Flamenco sind nur noch die Schuhe geblieben, die ich nach wie vor bei Auftritten trage. Immer noch original, immer noch aus Madrid, immer noch vom selben Schumacher (lacht). <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Heidenheim_FU_02_2014.pdf\">Download article as .pdf<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr Instrumentarium besteht aus einem Percussion-Set und der elektroakustischen Xala III. 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