{"id":13948,"date":"2026-01-25T17:52:12","date_gmt":"2026-01-25T16:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/einzigartiger-tanz-ueber-dem-klangholz\/"},"modified":"2026-01-25T17:52:12","modified_gmt":"2026-01-25T16:52:12","slug":"einzigartiger-tanz-ueber-dem-klangholz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/einzigartiger-tanz-ueber-dem-klangholz\/","title":{"rendered":"Einzigartiger Tanz \u00fcber dem Klangholz"},"content":{"rendered":"<p>Zofinger Tagblatt &#8211; 25 November 2015<\/p>\n<p><strong>Zofingen Ania Losinger und Mats Eser f\u00fchren heute Abend mit \u201cThe Five Elements\u201d Unerh\u00f6rtes im Kunsthaus auf<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9055\" src=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/24-11-15_Zofinger_Tagblatt.jpg\" alt=\"24-11-15_Zofinger_Tagblatt\" width=\"303\" height=\"517\">\u00abEntgegenstellen darf ich mich den Vibrationen der massiven Holzst\u00e4be nicht\u00bb, sagt die T\u00e4nzerin und Klangerkunderin Ania Losinger. \u00abRhythmus und Klang m\u00fcssen durch meinen K\u00f6rper hindurchfliessen k\u00f6nnen. Ich spiele dieses Instrument nicht nur, ich bin selber Teil davon.\u00bb Die 45-j\u00e4hrige K\u00fcnstlerin hat soeben den Schlusspunkt unter eine eindr\u00fcckliche Performance gesetzt. \u00dcber 10 Minuten hat sie sich mit traumwandlerischer Sicherheit kerzengerade \u00fcber ein Instrument bewegt, das es so nur einmal auf der Welt gibt. Das eigens entwickelte Bodenxylophon heisst Xala II und ist in Kooperation mit dem Instrumentenbauer Hamper von Niederh\u00e4usern entstanden. Begleitet hat sie bei dieser exklusiven Performance in ihrem Heim im bernischen Rumisberg ihr Lebenspartner Mats Eser (51). Beide leben und arbeiten sie hier in einem Haus, dessen Architektur ganz Ausdruck ihres Selbstverst\u00e4ndnisses als K\u00fcnstler ist. Ihr grosser, modular abtrennbarer \u00dcbungs- und Klangraum, dient ihnen zugleich als Wohnzimmer. Leben und arbeiten ist den beiden eins.       <\/p>\n<p><strong>Musik der Vergegenw\u00e4rtigung<\/strong><br \/>\nNochmals zur\u00fcck zur Performance: Das Klangerlebnis ist von hypnotischer Kraft. Holz trifft auf Holz. Der ausgebildete Schlagzeuger Mats Eser legt mit f\u00fcnf Schl\u00e4geln auf dem Marimbafon rhythmische Patterns. Ania Losinger, die ausgebildete Flamencot\u00e4nzerin, ertanzt sich mit F\u00fcssen und zwei St\u00e4ben warme flirrenden Klangfarben. Wer die Augen schliesst, hat M\u00fche die einzelnen Kl\u00e4nge dem Marimbafon oder dem m\u00e4chtigen Xala zuzuordnen. Es sind in komplexen Rhythmen gewobene Klangfl\u00e4chen, die sich im Raum ausbreiten. Subtil umspielen Variationen die Grundtexturen. Es ist als w\u00fcrden sich die beiden durch verschiedene Zust\u00e4nde hindurchspielen. Als Zuh\u00f6rer f\u00fchlt man sich in eine Meditation versetzt.<br \/>\nWer Ania Losinger zuschaut, glaubt zu sehen, wie energetische Wellen ihren K\u00f6rper durchfluten. Es ist als w\u00fcrde sie auf einem belebten Organismus balancieren, dessen Kr\u00e4fte aufnehmen und lenken. Ihre K\u00f6rperspannung ist hoch. Sie ist richtiggehend im vibrierenden Klangspektrum ihres Instruments verwurzelt. Die Musikerin und Performerin geniesst die Bewegung, l\u00e4sst ihren K\u00f6rper Antworten finden auf die F\u00fclle an Klang und Rhythmus, die aus den Holzst\u00e4ben in den Raum aufsteigt. Was sich hier abspielt, ist ein hoch konzentrierter Dialog. Er strahlt eine enorme energetische Kraft aus.              <\/p>\n<p>Wer Ania Losinger und Mats Eser erstmals h\u00f6rt und sieht, ist fasziniert. Nur schon dieser kleine Ausschnitt aus der Performance \u00abThe Five Elements\u00bb, die auch auf einer CD aus dem Jahr 2009 zu h\u00f6ren ist, sprengt das hierzulande vorherrschende Musikverst\u00e4ndnis. Die Sprachlosigkeit des Publikums ist dem Duo vertraut. Seit vielen Jahren bespielt es B\u00fchnen in ganz Europa. Und mit dem kompakteren und einfacher zu transportierenden elektroakustischen Xala III teils auch in der ganzen Welt. Mats Eser erl\u00e4utert: \u00abWir erleben immer wieder, dass Konzertbesucher bildliche Eindr\u00fccke wie etwa den Tanz oder das Spiel der Schatten zur Sprache bringen. Wenn es darum geht, die Musik selber in Worte zu fassen, stossen sie an ihre Grenzen.\u00bb     <\/p>\n<p><strong>Farben, Fl\u00e4chen und Texturen<\/strong><br \/>\nDas hat auch seinen Grund. Die Kompositionen des K\u00fcnstlerpaars kn\u00fcpfen an sehr alte rhythmische Traditionen an. Wobei sich die beiden nicht als Rhythmusperformer sehen. Ania Losinger pr\u00e4zisiert: \u00abWir verwenden zwar komplexe Rhythmen. Doch verweben wir sie so ineinander, dass sie nicht schwer, sondern leicht wirken. Unsere Musik folgt keinen Liedstrukturen. Wir stellen farbige Fl\u00e4chen in den Raum.\u00bb<br \/>\nDer Begriff der Minimal Musik bildet einen Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der Musik des Duos. Diese in den 60er Jahren aufgekommene Str\u00f6mung moderner Musik gr\u00fcndet auf einer reduzierten, archaischen Form der Klangerfahrung. Sie fusst sowohl auf afrikanischen Polyrythmien wie auch auf perkussiven Traditionen Asiens.     <\/p>\n<p><strong>Klangmuster mit Sogwirkung<\/strong><br \/>\nAnia Losinger k\u00f6nnte mit ihrem einzigartigen Instrument auch Werke aus dem Kanon der er europ\u00e4ischen Klassik oder der Popmusik spielen. Es umfasst zwei Oktaven mit je 12 T\u00f6nen und Halbt\u00f6nen. Doch Mats Eser betont: \u00abWir verzichten bewusst auf diesen mit Erwatungen spielenden Spannungsaufbau\u00bb Statt dessen herrschen repetitive Strukturen vor. Additiv verdichten die beiden den Klangteppich. Subtile Klangfarbenver\u00e4nderungen oder Phrasenverschiebungen schaffen Varianz im hypnotischen Gef\u00fcge. Die Zuh\u00f6rer werden in die Klangmuster hineingesogen. Diese Musik lebt vom Moment. Man sollte sie sich live g\u00f6nnen.<br \/>\nMichael Fl\u00fcckiger       <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.anialosinger.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/24-11-15_Zofinger_Tagblatt.pdf\">Download of the german article as PDF<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cIch spiele dieses Instrument nicht nur, ich bin selber Teil davon\u201d&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[56,45],"tags":[],"class_list":["post-13948","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news-duo","category-news-the-five-elements"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13948","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13948"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13948\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}