{"id":13875,"date":"2026-01-25T17:01:02","date_gmt":"2026-01-25T16:01:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anialosinger.com\/eine-voellig-neue-symbiose-von-tanz-und-musik\/"},"modified":"2026-01-25T17:01:02","modified_gmt":"2026-01-25T16:01:02","slug":"eine-voellig-neue-symbiose-von-tanz-und-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anialosinger.com\/en\/eine-voellig-neue-symbiose-von-tanz-und-musik\/","title":{"rendered":"Eine v\u00f6llig neue Symbiose von Tanz und Musik"},"content":{"rendered":"<p>Heidenheimer Zeitung &#8211; 14.04.2018<\/p>\n<p>Ania Losinger zeigte mit ihrer Xala eine v\u00f6llig neue Symbiose von Tanz und Musik in der Heidenheimer Stadtbibliothek.<\/p>\n<p>Ein Instrument, das gemacht ist f\u00fcr einen fetten Sound: So beschreibt die Schweizerin Ania Losinger ihre Xala, mit der sie am Donnerstagabend zusammen mit Mats Eser am E-Piano die rund 90 G\u00e4ste in der Heidenheimer Stadtbibliothek auf eine Reise in ganz neue Klangwelten mitgenommen hat.<\/p>\n<p>Wobei die Xala, abgeleitet vom baskischen Perkussionsinstrument Txalaparta, auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht, als w\u00fcrde man ihr T\u00f6ne entlocken k\u00f6nnen. Ein kleines Podest aus Holz- und Metallplatten, das unauff\u00e4llig in der Mitte der B\u00fchne steht. Beleuchtet von ein paar Scheinwerfern, im Hintergrund eine wei\u00dfe Leinwand. Daneben das ebenso schlichte Fender Rhodes, ein Elektropiano aus den 70er-Jahren. Zur\u00fcckhaltung scheint die Devise.    <\/p>\n<p><strong>Gef\u00fcge aus Rhythmus und Takt<\/strong><\/p>\n<p>Dann tritt Losinger auf die B\u00fchne, ganz in Schwarz und mit ganz viel Glitzer. Sie macht ein paar anmutige Schritte, in jeder Hand einen langen Holzstab. Als sie los legt, ist da keine Spur mehr von Zur\u00fcckhaltung. Mit dem ersten kr\u00e4ftigen Tritt auf den hinteren Teil der Xala ert\u00f6nt ein satter Bass, die zweite und dritte Fu\u00dfbewegung lassen sph\u00e4rische Kl\u00e4nge durch den Margarete-Hannsmann-Saal schweben.   <\/p>\n<p>Was dann folgt, ist eine ineinander \u00fcbergehende Abfolge an Schritten und T\u00f6nen, die mal jazzig daherkommen, mal perkussiv und auch mal ganz klar und reduziert, wenn Mats Eser am Piano in den Vordergrund tritt. \u00dcberhaupt sind die beiden ein perfekt aufeinander abgestimmtes Team. Ein Blick gen\u00fcgt, um punktgenau das n\u00e4chste St\u00fcck anzuspielen; jeder Schritt sitzt, jeder Ton hat die richtige Lautst\u00e4rke und Dynamik und jeder Tastenanschlag erg\u00e4nzt die Performance und macht sie gemeinsam mit der wechselnd beleuchteten Leinwand zu einem Gesamtkunstwerk. Ein Rhythmus-Takt-Gef\u00fcge, das durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist.   <\/p>\n<p>Und bei jeder Bewegung kommt in Ania Losinger die Flamencot\u00e4nzerin durch. Ein Fu\u00df schl\u00e4gt, der andere rutscht seitlich nach vorne weg, geht rhythmisch auf und ab, dazu die eleganten Handbewegungen einer T\u00e4nzerin \u2013 unwillk\u00fcrlich fragt sich der Zuschauer da, wie Losinger diese unglaublich schnellen Schrittfolgen in den zum Gro\u00dfteil \u00fcber f\u00fcnf Minuten dauernden St\u00fccken durchh\u00e4lt, ohne einen Wadenkrampf zu bekommen. Davon jedoch scheint die Schweizerin weit entfernt zu sein: M\u00fchelos schwingt sie die beiden Holzst\u00e4be, flicht hier und da noch eine schnelle Drehung ein und zeigt dabei den ganzen Abend \u00fcber nichts als ein konzentriertes L\u00e4cheln.  <\/p>\n<p>So neu und ungewohnt die Kl\u00e4nge der Xala zusammen mit dem E-Piano in den ersten zehn Minuten sind, so schnell gew\u00f6hnt sich der Zuh\u00f6rer dann aber an die ruhigen, teilweise fast schon meditativen Kl\u00e4nge. Und so keimt noch vor der Pause die Bef\u00fcrchtung auf, dass die Bandbreite des ungew\u00f6hnlichen Perkussionsinstrumentes nicht allzu gro\u00df ist. <\/p>\n<p>Zur zweiten H\u00e4lfte des Abends erscheint Ania Losinger in neuem Outfit, und als w\u00e4re das ein Zeichen, erwartet die Zuschauer und Zuh\u00f6rer dann doch noch die ein oder andere \u00dcberraschung. Zum Beispiel die, dass auch im Tanz und der Musik weniger manchmal mehr ist, denn am eindrucksvollsten pr\u00e4sentiert Losinger ihre Xala ausgerechnet in dem St\u00fcck, in dem sie mit reduzierten Kl\u00e4ngen und ganz ohne die beiden St\u00f6cke arbeitet. <\/p>\n<p><strong>Simpel, aber gut<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcckhaltend startet Mats Eser ein Solo am Piano, Losinger steigt wortw\u00f6rtlich mit ein, die Flamencoschuhe kratzen \u00fcber die Xala und erzeugen einen Ton wie auf einem Becken. Der m\u00e4chtige Bass, der dann ert\u00f6nt, erinnert an einen Donnerschlag. Simpel, aber gut \u2013 und letztlich schade, dass die beiden nur eines von elf St\u00fccken auf diese reduzierte Art und Weise gespielt haben. Dennoch: Das komplizierte Zusammenspiel von Takt, Tanz und Ton hat \u00fcberzeugt \u2013 und war mal etwas v\u00f6llig anderes.   <\/p>\n<p>Joelle Reimer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heidenheimer Zeitung &#8211; 14.04.2018 Ania Losinger zeigte mit ihrer Xala eine v\u00f6llig neue Symbiose von Tanz und Musik in der Heidenheimer Stadtbibliothek. 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